Welche Richtung nimmt der Goldkurs 2019? Gold-Insider wie Julius Leineweber erwarten ein „glänzendes“ Jahr 2019 für das Edelmetall

Auch 2018 hat Gold mit einer leicht positiven Performance abgeschlossen. Doch die Stimmung für das Edelmetall hat sich in den vergangenen Monaten signifikant verbessert. Seit dem Kurstief im August war eine deutliche, wenn auch schubweise Markterholung zu verzeichnen – und Goldexperten wie Julius Leineweber rechnen für 2019 mit weiteren Zuwächsen. Nicht zuletzt hatten Signale der US-Notenbank, weitere Leitzinserhöhungen für 2019 vorzunehmen, die Position von Gold gestärkt.

Bereits seit geraumer Zeit stellen sich Brancheninsider die Frage, warum der Goldpreis sich angesichts der zahlreichen Unsicherheiten, mit denen sich die Märkte aktuell konfrontiert sehen, nicht längst wesentlich positiver entwickelt hat. Die andauernde Ungewissheit rund um den Brexit, die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und die Volatilität des weltweiten Aktienmarktes stellen beste Voraussetzungen dar, Gold in seinem Status als sicherer Kapitalhafen zu bestärken. Auch wenn Goldkäufer bisher nicht im erwarteten Maße auf die weltweiten Krisenherde reagiert haben, so sieht Julius Leineweber doch für die kommenden Monate glänzende Aussichten für Gold als Instrument der Absicherung gegen Risiken der Finanzmärkte.

Bislang beschränkt sich das Anziehen der Goldpreise in Reaktion auf negative Marktentwicklungen zumeist auf einzelne Segmente, die Nicht-Insidern leicht entgehen können. So fiel beispielsweise der S&P 500, einer der weltweit meistbeachteten Aktienindizes, welcher die Aktien von 500 der kapitalstärksten US-amerikanischen Unternehmen beinhaltet, von September bis Mitte Dezember 2018 um 13 Prozent. Der Goldpreis reagierte prompt auf diese Marktkorrektur und stieg in diesem Zeitraum um drei Prozent.

Julius Leineweber: Auch Brexit für Goldpreise nicht ohne Folgen geblieben

Auch der Brexit hatte bereits Einfluss auf die Preisentwicklung von Gold, wenn auch nicht in Bezug auf die Dollarpreise. Indes ist der Kurs des Edelmetalls in Britischen Pfund seit dem Abstimmungsergebnis zugunsten des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union am 23. Juni 2016 um 16 Prozent gestiegen. Ähnliche Prozesse konnten laut Julius Leineweber auch in anderen wichtigen Goldmärkten wie China und Indien ausgemacht werden. Auch hier erlebte Gold in der jeweiligen Landeswährung angesichts der Börsenturbulenzen im vergangenen Jahr eine deutlich positive Preisentwicklung.

Als wichtigstes Preishemmnis hatten sich im vergangenen Jahr die überdurchschnittliche Stärke des US-Dollar und der amerikanischen Aktienmärkte erwiesen. Gold und der Dollar entwickeln sich häufig in umgekehrter Relation, da ein starker Dollar die Attraktivität von Gold als Absicherungsinstrument mindert. Auch ein starker Aktienmarkt kann Investoren von Gold weg hin zu Wertpapieranlagen locken.

Ende der Übermacht von Dollar und US-Aktien in Sicht

Für 2019 sehen Finanzanalysten jedoch ein Ende des übermächtigen US-Aktienmarktes voraus. Vorerst sind keine weiteren Steuervergünstigungen der Trump-Regierung von der Art zu erwarten, wie sie im vergangenen Jahr die amerikanischen Aktien beflügelten. Und der US-Dollar wird nicht erneut von vier Leitzinserhöhungen innerhalb eines Jahres profitieren können. Für beide halten es Experten wie Julius Leineweber daher für wenig wahrscheinlich, dass sie 2019 ähnlich starke Marktkonkurrenten von Gold darstellen werden wie im Vorjahr.

Neben der Zinspolitik und der amerikanischen Währung erwarten Rohstoffanalysten insbesondere von der Verschlechterung der weltweiten Finanzmarktstabilität und dem strukturellen ökonomischen Wandel deutliche Unterstützung für die Goldnachfrage in den kommenden Monaten. Investoren werden aller Voraussicht nach auch in Zukunft Gold als Mittel der Diversifikation und Absicherung gegen systemische Risiken wie Marktvolatilität, Inflation und politische und ökonomische Instabilität favorisieren.

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